Ein interessanter Effekt: Taucht man bei der analogen Positiventwicklung reaktionsfreudiges, schnell entwickelndes Fotopapier (wie hier im Beispiel das gute alte OrWo-Fotopapier) in die Entwicklerflüssigkeit, kann es passieren, dass der Verlauf der auf das Fotopapier strömenden Entwicklerchemie Schlieren in diversen Graustufen hinterlässt, die später auf dem fertigen Abzug sichtbar bleiben.

Mit präziser Beachtung der Eigenschaften aller am Entwicklungsprozess beteiligten Komponenten (Art und Alter des Papiers, Konzentration/Zusammensetzung sowie Abnutzung der Entwicklerflüssigkeit, Belichtungszeit) ließe sich dieser Entwicklungs-„Fehler“ vermeiden. Wenn allerdings nicht zwingend ein makelloser, schleierfreier Abzug das Ziel ist, können diese Verwirbelungen ein interessanter Effekt sein. Er verleiht dem Bild eine mystische Stimmung und eine weitere Ebene, die die Fotografie aufwerten.

„Entwicklungsströme“ treten nicht nur bei OrWo-Papieren auf. Wir haben den Effekt auch auf Ilford, Agfa und Tetenal-Fotopapier erreicht. Je nach Typ, Gradation und Oberfläche ändert sich die Intensität der Strömungen. Sozusagen nach Bedarf variabel.