Der Orwo-Umkehrentwicklungssatz, Typ A4105

Ich muss an der Stelle gestehen, dass ich absolut keine Ahnung habe, was ich mit dem Zeug anstellen kann, oder anstellen werde. Das Material ist Teil eines größeren Konvoluts und sicherlich werde ich die Tage mich hier einmal einlesen und ein wenig experimentieren.

Oder ich verschenke diesen Entwicklungssatz. Wer damit etwas anfangen kann und anfangen möchte, kann sich gerne bei mir melden.

Verarbeitungshinweise für Dokumentenpapiere (ORWO)

Ergänzend zu den Scans:

  1. 20 Minuten Wässern ist unnötig, ich lasse die Abzüge in einer, mit Wasser gefüllten, Wanne für 30 bis 60 Minuten ruhen und schiebe da eine Abschlussspühlung ein.
  2. Bei LITH: 45 bis 60 Sekunden Belichtung, je nach Ansatzfrische
  3. Bei S/W (Orwo): je nach Negativqualität zwischen 2 und 5 Sekunden Belichtung (TMAX100 -> 2 Sekunden, Foma100 -> 5 Sekunden)
  4. Bei S/W (Orwo): gefühlt 5 Sekunden Entwicklerzeit
  5. Stoppbad in den Prozess einkalkulieren
  6. Papiere können nach Belichtung + Entwicklung + Fixierung problemlos auf Wäscheleine zum Trocknen gehängt werden, sollten nach Trocknung jedoch nochmal gepresst werden.
  7. S/W-Abbildungsqualität wirkt wie Zeitungsdruck, Zeitungsqualität auf unbeschichteten Papieren (kein Glanz etc.)

Saures Fixiersalz (Orwo) A800

Das Salz fand seinen Weg in mein Labor, als einer meiner Fotofreunde mir eine gewaltige Chemikaliensammlung vorbei schaffte. Ich müsste von dem Zeug auch etwas um die 30Kilo im Schrank haben. (Bei der Gelegenheit: macht mir Angebote und ich gebe sehr gern etwas von meinem Schatz ab!)

Das A800er – Salz ist bei mir im Dauereinsatz (Filmfixierung, Papierfixierung) und ich tätigte folgende Beobachtungen:

  1. Kodak TMAX 100 / 400: Fixierung mind. 30 Minuten
  2. Fomapan 100 (KB, Mittelformat): Fixierung mind. 15 Minuten
  3. Bei Fomapan-Filmen: nach Fixiervorgang verfärbt sich der Ansatz blau oder grün
  4. Moderne S/W-Papiere werden in 5-10 Sekunden durchfixiert
  5. ORWO-Papiere (BH, BN etc.) verlangen zwischen 15 – 30 Sekunden Fixierung
  6. Achtung bei LITH-Prints auf ORWO oder TURA: der A800er neigt zum Ausbleichen

Eine Alternative zum A800er-Salz ist Natriumthiosulfat – Fixiersalz – Na2S2O3 .

Orwo N120 (Super) Papierentwickler

Von dieser Substanz besitze ich locker 20KG in verschiedenen Ausführungen (also: 1Liter bis 2Liter-Ansätze) und ich glaube, dass das Zeug in den 80er Jahren abgelaufen ist.

Wie es eben bei dem guten alten ORWO-Geschichten ist: man muss nicht unbedingt auf die Ablaufdaten achten, aber man muss einkalkulieren, dass selbstverständlich die Entwicklerzeiten – also Dauer von Papier in Wanne bis Papier entwickelt – deutlich länger dauern, als bei nicht abgelaufenen Produkten. Ich beobachtete allerdings im Rahmen der Experimente sehr oft, dass man die Zeit über eine kurze Substanzerhitzung straffen kann.

Hier einige Beobachtungen, die ich im Labor tätigte:

  1. Dokumentenpapier verbraucht den Entwickler sehr schnell (ca. 80 Abzüge)
  2. Der Entwickler ist zu entsorgen, sobald sich die Flüssigkeit stark braun verfärbt.
  3. Extrem gute Wirkung auf Orwo-Papiere (BH, BN etc.) dahingehend, dass rel. lange Belichtungen kompensiert werden.
  4. Sehr gutes S/W-Spektrum bei spez. Tura, Agfa (Brovira) und sämtliche ORWO-Papiere
  5. Bei >=A4 (normales Papier, kein Dokumentenpapier) ist die Ausbeute ca. 100 Papiere
  6. Bei Postkarte und Kleiner reicht ein Ansatz für ca. 250 bis 300 Abzüge.

Ein paar Links:

https://forum.grossformatfotografie.de/forum/thread/13706-frage-zu-warmtonentwicklern/

https://www.fotocommunity.de/forum/analoge-fotografie/orwo-frage—42153

Fazit:

Wenn jmd. aus meinem Publikum das Zeug in der Bucht oder in Kleinanzeigenmärkten finden sollte, rate ich zu einem Kauf. Die Ausbeute ist sehr gut, die Qualität beeindruckt und es ist eine kostengünstigere Variante, als die bekannten Flüssigentwickler und hält länger, als Caffenol.