Homeoffice – Lomografie und Experimente mit einer Flohmarktkamera

Ich habe eine Zeit lang ständig teil- oder vollautomatische Kleinbildkameras bei den Leipziger Flohmärkten gekauft. Mir hat natürlich nicht (!) das Sammeln dieser Objekte Freude bereitet, sondern es ging mir immer um die Filme. Sprich: wenn ich uraltes Filmmaterial benutzen und damit herum spielen will, finde ich das IMMER auf den Flohmärkten … in den Kisten der schlecht gelagerten alten Kameras.

Hier ist so ein Beispiel. Ich glaube, dass der Streifen aus den 80er Jahren stammte und der wurde von mir via Caffenol entwickelt.

Typ: Sinnlos-Schnappschuss, aber mir gefällt es.

Wasted-Postlicht (1) – Experimente mit einem versauten Film

Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, was da schief gelaufen war, als ich den schlechten Film aus der Dose zog und mich darüber ärgerte, dass das Teil pechschwarz war.

Übrigens: ich habe erst SEHR spät verstanden, dass Entwickerunglücke mittels BLIX beseitigt werden können und ich werde mich die Tage per Tutorial zu der Thematik noch einmal äußern.

Wie auch immer: Grundlage ist ein Kleinbild und den habe ich mit den klassischen Sachen – also Seifenlauge – schön geschrottet. Die Schlieren auf den Scans kommen daher, dass die Seife eben die Trägerschicht aufweicht und quasi „schmelzt“.

Abschluss der Experimente mit dem IlfordFP4 (1989)

Ich bekomme öfters extrem überlagerte und unbelichtete Filme von meinen Kontakten als Geschenk oder als Tauschobjekt. Persönlich mag ich die Spielchen mit solchen Materialien und in Summe habe ich folgende Tipps für die Lesenden:

  • Blende immer eins über Normal (8 -> 5.6)
  • Lange (!) Standentwicklung: 45 bis 50 Minuten
  • Lange (!) Fixierung: 30 bis 45 Minuten
  • Kein Caffenol verwenden, sondern Orwo-Suppe oder sonst. Produkte
  • Filmspiralen vor dem Einfädeln kurz wässern, weil das Filmmaterial ausgetrocknet sein kann und in der Form nicht so schön in die Spirale „flutscht“
  • Wenn der Film schwarz aus der Dose kommt: mit BLIX nachbleichen (funktioniert sehr gut bei DIA-Filmen)

Stopbad – Experimente und Erkenntnisse

Ich habe rund um das Stopbad viele verschiedene Meinungen gelesen oder gehört. Das Stopbad wird i.d.R. zwischen dem Entwickeln und Fixieren der Papiere quasi eingebaut und dient – wie der Name es schon aussagt – dem Stoppen des Entwicklerprozess.

Die Chemie besteht aus Essigsäure und ich gebe ca. einen Esslöffel Essigessenz auf ~2 Liter Wasser. Man braucht also keine Substanz aus dem Fachhandel, sondern es reicht aus, wenn man das günstige Zeug aus dem Discounter kauft.

Bei der „normalen“ S/W-Entwicklung, bspw. mit ORWO-Papieren oder sonstigen Standard-Materialien verwende ich grundsätzlich keine Stopbäder. Es liefert hier keinen erkennbaren Mehrwert, weil ich – als geübter Fotolaborbesitzer – die Entwicklerzeit, je nach Setting (Belichtungszeit + Papierentwickler + Temperatur) durch Erfahrungswerte kenne.

Anders sieht es im Alternativansatz, wie bei dem LITH-Verfahren, aus: hier ist das Stopbad wichtig.