Als ich kurz vor der „Wiedervereinigung“ zum ersten Mal mit der S/W Farbvergrößerung in Kontakt kam, erzählte mir – ich glaube – mein Vater mit glänzenden Augen von dieser Farbvergrößerung und bemerkte auch immer wieder, wie unfassbar kompliziert das Thema ist und dass sich auch eben in dieser Geschichte DIE hohe Kunst der Hobbyfotolaborfotovergrößerung befindet. Dieser Gedanke verfestigte sich im Laufe der gefühlten Jahrzehnte und Anfang 2018 besprach ich das Thema mit der lieben Tina / Laborpartnerin und dachte ich mir „JA – ich versuche mal, das Thema zu verstehen und umzusetzen“.

Ein grobes Querlesen (Google) und die Inspiration aus dem Artikel „Crashkurs Analoge Farbvergrößerung“ zeigte mir, dass der S/W Vergrößerer (Meopta Axomat 5a) zwar völlig problemlos aus Farbnegativen S/W Positive machen kann, jedoch völlig untauglich für die Farbanalogpositiventwicklung ist. Hierfür benötigt man – (AHA!) – einen Farbmischkopf, den ich leider nicht auf eBay und diversen Kleinanzeigenmärkte für eben den Axomat 5a fand. Um das Dilemma aufzulösen: ich wechselte die Technik auf „Durst M370 Color Foto-Vergrößerer“ (eBay, Kosten: ca. EUR 100).

Zur Vorbereitung:
Selbstverständlich (!) benötigt man für diese Farbvergrößerung andere (!) Papiere und diese kommen wohl derzeit nur noch von den Firmen Kodak und Fuji. Ich habe mich mittlerweile mit der Marke „Fuji Crystal Archive“ angefreundet und mir ist aufgefallen, dass auch der Bezug von zugeschnittenen Papieren etwas – nunja – „kompliziert“ geworden ist und der Quercheck auf eBay / diverse Shops zeigte mir, dass hier eigentlich fast ausschliesslich die Fotopapiere in Rollenform angeboten werden. Eigentlich ist das kein unlösbares Problem, aber ich hatte in der „Anfangsphase“ keinerlei Bedürfnis danach, mir die Papiere selbst zurecht zu schneiden. Ein interessanter Anbieter für fertig zurecht geschnittene Papiere ist „Nordfoto Versand„: ich investierte bei dem Händler ca. EUR 80 für 400 Papiere.
Weiterhin verlangt die Farbvergrößerung natürlich auch noch besondere Chemikalien. Diese fand ich – auch bei eBay – unter dem Begriff „RA-4“ und ich entschied mich da für das Produkt „Tetenal MONO PK RA-4 für Colorpapiere Farbentwickler 2,5 L“. Dieses KIT besteht aus der Entwicklerchemikalie und dem sog. „Bleichfixierbad“. Das Mischungsverhältnis und die Anleitung für den Ansatz findet man problemlos in der jeweiligen „Bedienungsanleitung“. Hier befinden sich auch Hinweise zur zwingend notwendigen Betriebstemperatur und das Problem löse ich über ein simples Bad der Chemikalienflaschen in warmen Wasser.

Hier nun die ersten Probebilder:

Hinweise:
Farbmischkopfeinstellungen: 40 (Gelb) – 50 (Magenta) – 0 (Cyan)

Hinweise:
Farbmischkopfeinstellungen: 60 (Gelb) – 40 (Magenta) – 0 (Cyan)

Hinweise:
Farbmischkopfeinstellungen: 80 (Gelb) – 80 (Magenta) – 0 (Cyan)

Die letzte Galerie dient mir nun als Ausgangspunkt für weitere „Forschungen“ an der perfekten Farbmischung und ich erkannte im Vergrößerungsprozess auch die enorme Wichtigkeit einer sauberen Protokollierung.

Unabhängig hiervon entdeckte ich Folgendes:
– Die Farbvergrößerung hat bei Dunkelheit zu erfolgen. Es existieren zwar extrem dimmbare Laborlampen, aber das Anschalten wirkt sich negativ auf den Entwickler- und Fixierungsprozess aus (Schleier, Farbfehler etc.).
– Die Entwicklung der Papiere als Positive dauern bei mir zwischen 45 und 60 Sekunden (je nach Chemietemperatur). Hier orientiere ich mich an die schemenhaft erkennbaren Umrisse, die auch bei Dunkelheit erkennbar sind.

Eine weitere und durchaus auch pragmatische Auflistung von typischen Fehlern findet man auf dem Artikel „RA4 selbst vergrößern“ (ganz unten, Tabelle!).