Hipsterhausen auf ORWO-Dokumentenpapier

Mein Fotofreund – der Axel Schneegaß – sprach mich im letzten Jahr an, weil er irgendeine Fotolaborauflösung begutachtete und sich großzügig mit Papieren eindeckte. Darunter befand sich auch dieses Dokumentenpapier, womit er und ich gewisse Erstprobleme hatten.

Warum? Es ist einfach: das Zeug reagiert auf LITH sehr spät (Stichwort: Entwicklungszeiten) und hat eine extrem dünne Grundfläche. Es ist also ein divenhaftes Material, was sehr viel Aufmerksamkeit verlangt … dachte ich eigenlich und meinen Lesenden rate ich zu folgenden Ansätzen:

  1. Konservative Entwicklung mit Bleiche plus LITH
  2. Lith als Erstentwickler mit 100ml A + 100ml B + 800ml Wasser

Der optimierte LITH-Ansatz lässt das Zeug innerhalb von 1-2 Minuten durchentwickeln.

Das Shooting in der Rudi Bar

Ich lernte diese Bar kennen, als mich eine gute Freundin zwang, mein persönliches „Nerdhausen“ einmal zu verlassen. Ja: ich liebe meine Freund:innen, weil die es immer schaffen, mich vom Computer, aus der Dunkelkammer oder eben aus den Projekten zu ziehen und in die Realität zu bringen.

Wie auch immer: wir trafen uns in dieser Bar, ich hatte – NATÜRLICH – die Kiev80 mit, wir tranken da ein wenig und mich sprach die damalige Betreiberin – Johanna – an. Sie fragte: „Magst Du hier eine Ausstellung machen?“. Hach. Wir haben uns schnell irgendwie angefreundet, viel geredet, gelacht und geplant. Leider kam diese verfluchte Covid19-Geschichte dazwischen und leider wird der Laden nicht mehr von Johanna und Daniel geführt, weswegen ich meine Werke da zurück gezogen habe.

Bilder entstanden auf Kleinformat, mit der Zenit EM und wurden via Lith auf Dokumentenpapier abgezogen. Einige habe ich Johanna geschenkt und ein paar hängen an den Wänden von Nerdhausen. Der Film wurde von mir mit Caffenol entwickelt.

Besondere Blicke auf den Kiez

Diese Reihe ist mir persönlich sehr wichtig, ich besitze nicht mehr die originalen Abzüge, weil die zu Weihnachten an sehr gute Freund:innen verschenkt wurde

Die Bilder entstanden in der Phase zwischen den Lockdowns und sind extreme Nahaufnamen. Teilweise wurden die nachträglich über den Belichter so modifiziert, dass die Makrtoebene erreicht ist und teilweise wurden die Motive auf Makroebene aufgenommen.

Kamera: Kiev80, Papier: Dokumentenpapier, Technik: LITH

Das Shooting mit Schniggson

Schniggson, oder „Schniggi“, ist einer meiner Dorfkneipenfreunde und er tauchte eines Tages bei mir auf: „Bitte, lieber Johannes – ich brauche ganz GANZ dringend einige schöne Fotos als Geschenk für Freund:innen u. Leute aus meiner Familie“. Ich tat ihm den Gefallen und irgendwie mag ich ihn auch, weil er ein hochintelligenter, sympathischer und sehr reflektierter Zeitgenosse ist.

Der Hund gehört zu Franz, dem Besitzer vom „le petite Franz“, die meine Dorfkneipe ist. Schade, dass man sich wg. Lockdown nicht mehr – wie gewohnt – treffen kann.

Technik: LITH auf ORWO-Dokumentenpapier